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ELSE-FRENKEL-BRUNSWIK-INSTITUT für Demokratieforschung in Sachsen
Universität Leipzig
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PROJEKT IN SACHSEN
Interventionsstudie Konflikt und Vermittlung in sächsischen Kommunen (KonVer)
Das Projekt „Interventionsstudie Konflikt und Vermittlung in sächsischen Kommunen (KonVer)“ stärkt die Fähigkeit kommunaler Akteure bei der Bearbeitung von Konflikten in der demokratisch-politischen Arena des Gemeinwesens. Die Studie hat zum Ziel, das EFBI-Angebot um eine unterstützende Supervision von polarisierten, lokalen Konflikten zu erweitern. Es bietet den teilnehmenden Parteien eine Möglichkeit zu einer nachhaltigen Konfliktbearbeitung und der Vermittlung unterschiedlicher Vorstellungen und Erwartungen in ihrer Kommune.
In den vergangenen Jahren zeigt sich deutlich, dass der Osten Deutschlands durch eine spezifische politische Kultur und einer größeren Bereitschaft zu öffentlichen Protesten geprägt ist. Dies zeigt sich in einem erhöhten Mobilisierungspotential bei sehr verschiedenen Themen, die in einer Kommune die Menschen bewegen können. Die Proteste resultieren nicht nur aus einer politischen Polarisierung der Gesellschaft und eine erhöhte Protest- und Eskalationsbereitschaft, sondern die Konfliktursachen können oftmals in der Unzufriedenheit mit dem politischen System und damit indirekt Wende- und Transformationserfahrungen liegen. Die Vermittlung unter Beteiligung aller ist ein wichtiger Schritt, um die Instrumentalisierung der Konflikte für eine antidemokratische Mobilisierung zu verhindern.
Viele politische Entwicklungen finden ihren Widerhall auf der kommunalen Ebene. Selbst unbedeutend erscheinende Entscheidungen der Kommunen geben heute Anlass zum verhärteten Konflikt, was die Vermittlungsfähigkeit im Gemeinwesen herausfordert. Hier interveniert das EFBI-Supervisionsangebot. Ziel ist es, Kommunen in Sachsen eine nachhaltige Form der Konfliktbearbeitung in der lokalen, politischen Kultur zu ermöglichen. Dabei orientiert sich die Intervention an einem Supervisionsmodell, welches durch die Gruppenanalyse in internationalen Konflikten bereits erfolgreich implementierte wurde. Die Konfliktbeteiligten werden in Großgruppensupervisionen zusammengebracht. Diese Großgruppen wechseln sich mit Kleingruppen ab, in denen sich die Konfliktparteien getrennt voneinander über ihre Wahrnehmung und die Veränderung des Konflikts verständigen können. Die Einbettung der Intervention in diesen Rahmen kombiniert die relative Sicherheit von Kleingruppen mit dem sozialen Charakter von Großgruppen. Dies kann zu einem gemeinsamen Prozess führen, welcher die Konflikte zwischen den Gruppen bearbeitbar macht.
Die EFBI-Supervision wird finanziert auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts. Die Evaluationsstudie Konflikt und Vermittlung (KonVer) erhält eine Förderung der „T!Raum-Initiative: Handlungskompetenz der Kommunen stärken (HKS)“.