EFBI Policy Paper 2026-1: Getarnt als Gewerkschaft. Die Entwertungsgewerkschaften der extremen Rechten in Europa

In Europa gibt es zahlreiche gewerkschaftsähnliche Organisationen der extremen Rechten, die bislang kaum erforscht sind. Auch in Sachsen agiert mit Zentrum solch eine Organisation, die von rechts die soziale Frage instrumentalisiert. In diesem EFBI Policy Paper stellt Gastautorin Lara Janssen Ergebnisse ihrer Studie vor, in der sie das strategisch-instrumentelle Vorgehen dieser vermeintlichen Gewerkschaften in vier europäischen Ländern (Deutschland, Italien, Österreich, Spanien) erforscht hat.

Da diese Organisationen der extremen Rechten sowohl Gewerkschaften und demokratische Institutionen als auch spezifische Menschengruppen entwerten, lassen Sie sich als Entwertungsgewerkschaften bezeichnen.

Mittels ihrer Entwertungsgewerkschaften instrumentalisieren extrem rechte Akteure in Europa die soziale Frage und kreieren einen Kreislauf der Prekarisierung. Um ihr Agieren und ihre Strategie zu analysieren und fundierte Gegenkonzepte zu erarbeiten, ist es sinnvoll, das Phänomen der Entwertungsgewerkschaften nicht als isoliertes Problem eines einzelnen Landes, sondern als Teil einer Strategie der vernetzten extremen Rechten zu verstehen.

 

Lara Janssen ist Politikwissenschaftlerin und freie Journa­listin.

 

Über das EFBI

Das an der Universität Leipzig angesiedelte Else-Frenkel-Brunswik-Institut (EFBI) bildet eine Forschungsinfrastruktur in Sachsen, die demokratiefeindliche Einstellungen, Strukturen und Bestrebungen erforscht und dokumentiert. Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Formen der Diskriminierung, die Strategien und Dynamiken rechts-autoritär motivierter Bündnisse und die Stärkung demokratischer Politik.

Pressekontakt

Tilman Meckel
Referent für Wissenschaftskommunikation

Tel.: 0341 / 97-37892
E-Mail: tilman.meckel@uni-leipzig.de

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