Gute Arbeitsbedingungen sichern die Demokratie – Sonderauswertung der Beschäftigtenbefragung 2025

Im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen untersuchten Marius Dilling und Dr. Johannes Kiess den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und demokratischen Einstellungen von Beschäftigten. Grundlage ist eine umfassende Auswertung der Bremer Beschäftigtenbefragung „Koordinaten der Arbeit“, für die mehr als 3.300 abhängig Beschäftigte zwischen 16 und 67 Jahren befragt wurden. Der Datensatz verbindet detaillierte Informationen zu Arbeitsbedingungen mit Indikatoren zu Demokratiezufriedenheit, politischer Selbstwirksamkeit und Einstellungen zu Migration. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Arbeitsplätze sind wichtige Räume demokratischer Erfahrung und politischer Sozialisation. Beschäftigte, die Mitbestimmung, eine als fair empfundene Leitung, kollegiale Zusammenarbeit und Einflussmöglichkeiten im Betrieb erleben, entwickeln häufiger ein Gefühl demokratischer Selbstwirksamkeit und fühlen sich politisch weniger benachteiligt. Umgekehrt können Frustration, mangelnde Beteiligung oder schlechte Arbeitsbedingungen politische Entfremdung fördern und die Zustimmung zu demokratischen Institutionen schwächen. Die Studie beschreibt diesen Zusammenhang als „Spillover-Effekt“: Erfahrungen aus der Arbeitswelt übertragen sich auf politische Einstellungen und gesellschaftliche Haltungen. Besonders relevant sind dabei betriebliche Mitbestimmung, Anerkennungskultur und gerechte Arbeitsbedingungen. Die Ergebnisse unterstreichen damit, dass gute Arbeit nicht nur sozialpolitisch, sondern auch demokratiepolitisch von zentraler Bedeutung ist.

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